Kontoeröffnung in Dubai: Privatkonto, Geschäftskonto, CRS und Kreditkarten
Dubai gehört zu den führenden Finanzplätzen der Welt und bietet Privatpersonen, Selbstständigen, Unternehmern und Investoren zahlreiche Möglichkeiten, ein Konto zu eröffnen. Zwischen dem Wunsch und dem eröffneten Konto liegen allerdings Compliance-Prüfungen, die in den letzten Jahren deutlich strenger geworden sind. Dieser Beitrag erklärt, was für Privat- und Geschäftskonten gilt, welche Unterlagen die Banken verlangen, wie lange es dauert und was über den automatischen Informationsaustausch tatsächlich gemeldet wird.
Warum ein Konto in Dubai.
Für die meisten unserer Mandanten ist das Konto in Dubai kein Selbstzweck, sondern die logische Folge einer Entscheidung: Sie haben ihren Wohnsitz in die Emirate verlegt, sie haben dort eine Gesellschaft gegründet, oder sie möchten einen Teil ihres Vermögens außerhalb des Euroraums, in einer stabilen und an den US-Dollar gebundenen Währung, bei einem Bankensystem ohne Negativzinsen und ohne europäische Bankenabgaben halten. Der Dirham ist seit Jahrzehnten fest an den Dollar gekoppelt, die Banken sind gut kapitalisiert, und Mehrwährungskonten in Dirham, Dollar, Euro und Pfund gehören zum Standard.
Der automatische Informationsaustausch: was wirklich gemeldet wird.
Die Emirate nehmen seit 2017 am Common Reporting Standard teil. Banken in den Emiraten sind seither verpflichtet, Kontodaten von Kontoinhabern an die Länder zu übermitteln, in denen diese steuerlich ansässig sind. Übermittelt werden Kontostände, Zinsen, Dividenden und weitere finanzielle Daten.
Entscheidend ist dabei, was die Bank als Ihre steuerliche Ansässigkeit erfasst. Bei der Kontoeröffnung geben Sie in einer Selbstauskunft an, wo Sie steuerlich ansässig sind, und die Bank prüft das anhand von Aufenthaltsgenehmigung, Emirates ID, Wohnadresse und weiteren Indizien. Wer mit Residence Visa und Emirates ID in den Emiraten lebt und dort als steuerlich ansässig registriert ist, wird nicht nach Deutschland oder Österreich gemeldet, weil aus Sicht der Bank keine ausländische Steueransässigkeit vorliegt.
Das Privatkonto.
Für ein Privatkonto ist eine Aufenthaltsgenehmigung nicht in jedem Fall zwingend. Einige Banken eröffnen für Nichtansässige Spar- oder Anlagekonten, in der Regel gegen Mindestguthaben im sechsstelligen Dirhambereich und mit eingeschränkten Funktionen, also ohne Scheckbuch und häufig ohne Kreditkarte. Das volle Girokonto mit Karten, Daueraufträgen, Online-Banking und Mehrwährungsfunktion setzt in der Praxis das Residence Visa und die Emirates ID voraus.
Wer als Resident ein Privatkonto eröffnet, benötigt neben Pass, Visum und Emirates ID einen Adressnachweis, etwa den Mietvertrag mit Ejari-Registrierung oder eine Strom- und Wasserrechnung, sowie einen Nachweis über die Herkunft der Mittel: eine Gehaltsbescheinigung, den Gesellschaftsvertrag der eigenen Firma, Kontoauszüge aus dem Heimatland oder einen Verkaufsvertrag, je nachdem, woher das Geld stammt. Die Eröffnung dauert bei Digitalbanken oft nur wenige Tage, bei klassischen Instituten ein bis drei Wochen.
Das Geschäftskonto.
Für ein Konto Ihrer Gesellschaft in Dubai ist das Residence Visa mit Emirates ID des Gesellschafters oder des zeichnungsberechtigten Geschäftsführers Pflicht. Ohne Visum eröffnet keine Bank ein Geschäftskonto, und das ist auch der Grund, warum die Reihenfolge Gründung, Visum, Konto nicht umkehrbar ist.
Was die Banken verlangen
Handelslizenz, Gesellschaftsvertrag und Gründungsurkunde der Gesellschaft sowie ein aktueller Registerauszug Pass, Visum und Emirates ID aller Gesellschafter mit mehr als 25 Prozent Beteiligung und aller Zeichnungsberechtigten Nachweis über Büro oder Geschäftsadresse, je nach Bank ein Mietvertrag mit Ejari oder ein Flexi- Desk-Vertrag der Free Zone
Geschäftsplan oder Unternehmensprofil mit Beschreibung der Tätigkeit, der Kunden, der Lieferanten und der erwarteten Umsätze Nachweise für die Geschäftstätigkeit, etwa Verträge, Rechnungen, Angebote oder die Website
Kontoauszüge der Gesellschafter oder einer bestehenden Gesellschaft aus den letzten sechs Monaten als Nachweis der Mittelherkunft
Bei Holdinggesellschaften die Struktur bis zum wirtschaftlich Berechtigten
So läuft die Eröffnung ab
- 1
Bankauswahl
Nicht jede Bank passt zu jeder Tätigkeit. Handelsgesellschaften, Beratungsgesellschaften, Holdings und Online-Geschäftsmodelle werden unterschiedlich beurteilt, und manche Banken lehnen bestimmte Branchen grundsätzlich ab. Die Auswahl entscheidet über Erfolg und Dauer mehr als jedes andere Detail.
- 2
Unterlagen und Compliance-Fragebogen
Die Bank prüft Gesellschaft, Gesellschafter, Tätigkeit und Mittelherkunft. Widersprüche zwischen Geschäftsplan, Lizenz und tatsächlichen Umsätzen sind der häufigste Grund für Rückfragen.
- 3
Persönlicher Termin
Bei den meisten Banken ist ein Termin mit dem Zeichnungsberechtigten vor Ort erforderlich, bei Digitalbanken teilweise per Video.
- 4
Freischaltung und Mindestguthaben
Nach der Genehmigung wird das Konto aktiviert. Viele Banken verlangen ein durchschnittliches Mindestguthaben, das je nach Institut zwischen einigen zehntausend und mehreren hunderttausend Dirham liegt, und erheben bei Unterschreitung eine monatliche Gebühr.
Bei vollständigen und stimmigen Unterlagen dauert das Verfahren zwei bis acht Wochen. Bei fehlenden Nachweisen oder unklarer Mittelherkunft kann es Monate dauern oder ganz scheitern.
Digitalbanken oder klassische Banken.
Wir empfehlen unseren Mandanten in vielen Fällen, zunächst ein Geschäftskonto bei einer Digitalbank zu eröffnen, um den Aufwand gering zu halten, und die Beziehung zu einer klassischen Bank aufzubauen, sobald die Gesellschaft Umsätze und Historie vorweisen kann.
| Digitalbanken | Klassische Banken | |
|---|---|---|
| Eröffnung | Weitgehend online, oft innerhalb weniger Tage | Persönlicher Termin, zwei bis acht Wochen |
| Mindestguthaben | Gering oder keines | Häufig deutlich, mit Gebühr bei Unterschreitung |
| Leistungen | Mehrwährungskonto, Karten, Online-Banking, Zahlungsverkehr | Zusätzlich Kredite, Akkreditive, Garantien, Vermögensverwaltung, persönlicher Betreuer |
| Geeignet für | Neue Gesellschaften, Dienstleister, Online-Geschäftsmodelle | Etablierte Gesellschaften, Handel, Immobilien, größere Volumina |
Fremdwährungskonten und Kreditkarten.
Konten in Dirham, US-Dollar, Euro und Pfund werden von den meisten Banken angeboten, oft als Mehrwährungskonto unter einer Kundennummer. Für Unternehmer mit europäischen Kunden ist das praktisch, weil eingehende Euro-Zahlungen nicht sofort in Dirham gewechselt werden müssen.
Bei Kreditkarten hat sich das Verständnis in den Emiraten über die Jahre geändert, weil es in der Vergangenheit erheblichen Missbrauch durch Zuwanderer gab, die das Land mit offenen Kreditkartenschulden verlassen haben. Debitkarten werden mit jedem Konto ausgegeben. Echte Kreditkarten setzen in der Regel entweder ein regelmäßiges Gehalt auf dem Konto voraus oder eine Sicherheit in Form einer Festgeldanlage, gegen die die Karte besichert wird. Für Unternehmer ohne Gehaltseingang ist die besicherte Karte der übliche Weg, und mit wachsender Historie werden die Bedingungen besser.
Warum Anträge scheitern.
Unklare Mittelherkunft.
Wer nicht belegen kann, woher das Geld stammt, bekommt kein Konto. Das gilt für Privat- wie Geschäftskonten.
Tätigkeit ohne Substanz.
Eine Beratungsgesellschaft ohne Kunden, ohne Website und ohne Verträge wirkt wie ein Briefkasten, und so wird sie behandelt.
Risikobranchen.
Kryptohandel, Zahlungsdienste, Glücksspiel, Waffen und bestimmte Finanzdienstleistungen werden von vielen Banken grundsätzlich abgelehnt oder nur mit Sonderlizenz akzeptiert.
Widersprüche in den Unterlagen.
Ein anderer Geschäftszweck in der Lizenz als im Geschäftsplan, andere Umsatzzahlen als auf den Kontoauszügen, Gesellschafter, die nicht im Register stehen.
Fehlender Wohnsitz.
Wer das Visum hat, aber keine Adresse, keinen Aufenthalt und kein Leben im Land nachweisen kann, wird spätestens beim nächsten Compliance-Update Probleme bekommen.
Was ab 2027 gilt.
Ab dem 11. Januar 2027 dürfen Banken aus Drittstaaten, und dazu gehören die Emirate, Kunden mit Wohnsitz in der EU bestimmte Bankdienstleistungen nur noch über eine Zweigstelle in der EU aktiv anbieten. Wer in den Emiraten wohnt, ist davon nicht betroffen. Wer in Deutschland oder Österreich wohnt und ein Konto in Dubai eröffnen möchte, muss den Weg über die eigene Initiative gehen, und bestehende Konten genießen Bestandsschutz. Die Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag zu CRD VI und Auslandskonten.
Häufige Fragen.
Kann ich ohne Wohnsitz in Dubai ein Konto eröffnen?
Ein Privatkonto mit eingeschränkten Funktionen ist bei einigen Banken für Nichtansässige möglich, in der Regel gegen ein hohes Mindestguthaben. Ein vollwertiges Girokonto und jedes Geschäftskonto setzen das Residence Visa und die Emirates ID voraus.
Werden meine Kontodaten aus Dubai nach Deutschland gemeldet?
Nur, wenn Sie bei der Bank als in Deutschland steuerlich ansässig erfasst sind. Wer mit Residence Visa und Emirates ID in den Emiraten lebt und dort steuerlich ansässig ist, wird nicht nach Deutschland gemeldet. Falsche Angaben in der Selbstauskunft sind allerdings strafbar und werden von den Banken zunehmend überprüft.
Wie lange dauert die Eröffnung eines Geschäftskontos in Dubai?
Bei vollständigen und stimmigen Unterlagen zwei bis acht Wochen, bei Digitalbanken teilweise schneller. Fehlende Nachweise zur Mittelherkunft oder Widersprüche in den Unterlagen verlängern das Verfahren erheblich oder führen zur Ablehnung.
Bekomme ich in Dubai eine Kreditkarte?
Debitkarten werden mit jedem Konto ausgegeben. Echte Kreditkarten setzen in der Regel einen regelmäßigen Gehaltseingang oder eine Festgeldanlage als Sicherheit voraus. Für Unternehmer ist die besicherte Kreditkarte der übliche Einstieg.
